WEBVTT

00:00:07.000 --> 00:00:09.920
Wir starten
mit einer sehr einfachen Modellstadt.

00:00:09.920 --> 00:00:12.800
In ihr leben
genau zwei Bevölkerungsgruppen,

00:00:12.800 --> 00:00:15.960
hier dargestellt
durch blaue und rote Punkte.

00:00:16.600 --> 00:00:20.880
Zu Beginn sind beide Gruppen
zufällig über die Stadt verteilt.

00:00:21.240 --> 00:00:24.240
Für alle Bewohner gilt
dieselbe einfache Regel.

00:00:24.600 --> 00:00:28.960
Niemand möchte in seiner unmittelbaren
Nachbarschaft zur Minderheit gehören.

00:00:29.920 --> 00:00:33.080
Ist das der Fall,
ist die Person unglücklich.

00:00:33.120 --> 00:00:37.520
Was man in der Simulation dargestellt
an einem Fix sieht.

00:00:37.880 --> 00:00:41.400
Und sie sucht sich einen anderen freien
Wohnort in der Stadt.

00:00:42.520 --> 00:00:45.520
Wenn wir die Simulation starten,

00:00:45.840 --> 00:00:47.640
dann sehen wir,

00:00:47.640 --> 00:00:50.640
wie einzelne Bewohner umziehen.

00:00:51.120 --> 00:00:55.200
Dadurch verändert sich dann
die Zusammenhangsetzung

00:00:55.200 --> 00:00:59.160
anderer Nachbarschaften
und weitere Umzüge werden ausgelöst.

00:00:59.960 --> 00:01:03.520
Nach einiger Zeit entsteht
ein deutliches mus

00:01:03.520 --> 00:01:06.600
räumliches Muster.
Die beiden Gruppen leben

00:01:06.600 --> 00:01:09.600
wesentlich stärker voneinander getrennt
als zu Beginn.

00:01:11.200 --> 00:01:13.720
Jetzt machen wir eine zweite Simulation,

00:01:13.720 --> 00:01:16.880
indem wir noch eine deutlich
harmlosere Annahme machen.

00:01:17.680 --> 00:01:20.880
Wir nehmen an, dass die Leute
sogar akzeptieren,

00:01:21.240 --> 00:01:24.240
dass sie zur Minderheit gehören.

00:01:24.360 --> 00:01:27.680
Sie möchten aber nicht ganz alleine
unter den Angehörigen

00:01:27.680 --> 00:01:29.320
der jeweils anderen Gruppe leben.

00:01:29.320 --> 00:01:34.440
Es reicht ihnen also wenigstens einige
Nachbarn der eigenen Gruppe zu haben.

00:01:34.920 --> 00:01:36.920
Wenn wir jetzt die Simulation starten,

00:01:37.880 --> 00:01:39.080
dann sehen wir,

00:01:39.080 --> 00:01:42.920
dass auch unter dieser Annahme sich eine

00:01:44.280 --> 00:01:48.280
im Verlaufe der Simulation
wieder räumliche Cluster bilden.

00:01:48.600 --> 00:01:51.600
Und das ist die zentrale
Aussage des Schellingmodells.

00:01:51.840 --> 00:01:55.480
Relativ schwache individuelle Präferenzen
können auf der Ebene

00:01:55.480 --> 00:01:58.160
der gesamten Stadt zu einem deutlich
starken,

00:01:58.160 --> 00:02:01.160
stärkeren, nicht der residentieller
Segregation führen.

00:02:01.560 --> 00:02:05.160
Ein segregiertes Stadtbild bedeutet
deshalb nicht automatisch,

00:02:05.520 --> 00:02:08.280
dass die einzelnen Bewohnerinnen
und Bewohner

00:02:08.280 --> 00:02:11.200
eine Präferenz
für ein solches Stadtbild haben.

