WEBVTT

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Vielleicht ist dir schon aufgefallen

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Die unterschiedlichen Smart City Visionen
haben auch eine politische Dimension.

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In einer Gesellschaft,
in der Informationen und Daten

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entscheidend für die Lösung von Problemen
sind, geht es immer auch um Macht.

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Wer besitzt die Daten?

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Wer darf sie nutzen?

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Dazu kommt auch Nachhaltigkeit
ist kein einheitliches Ziel,

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sondern ein Aushandlungsprozess
zwischen vielen Interessen.

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Deshalb kann ein Computer selbst
bei perfekter Datenlage dies in der Praxis

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ohnehin nicht gibt, nicht einfach
die nachhaltigste Lösung berechnen.

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Daten können Diskussionen unterstützen,

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aber die eigentlichen Entscheidungen
müssen politisch getroffen werden.

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Und da wird es spannend.

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Liegt der digitale Zwilling einer Stadt
in den Händen eines privaten Unternehmens,

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einer autoritären Regierung oder eines

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demokratisch gewählten Stadtrats?

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Oder gibt es gar kein zentrales System,
sondern viele kleinere?

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Verteilt auf verschiedene Akteure?

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Ein Blick in die Geschichte zeigt,

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dass solche Fragen überhaupt nicht neu
sind.

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Schon in den 1970 er Jahren versuchte
die chilenische Regierung unter Salvador

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Allende mit dem Projekt Cyborg
in die Volkswirtschaft zentral zu steuern.

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Über Telex Maschinen wurden Daten aus
Fabriken an einen Großrechner gesendet.

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Jedenfalls war das die Vision.

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Um die Produktion
in Echtzeit zu überwachen.

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Ein Kontrollraum sollte daraus
direkt Entscheidungen ableiten.

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Manche sehen darin eine frühe Vorläuferin

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heutiger Smart City Ideen.

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Der Historiker Yuval Harari schlägt

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vor, autoritäre und demokratische Systeme

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danach zu unterscheiden,
wie flüsse organisiert sind.

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Demokratien zeichnen sich
in dieser Sichtweise dadurch aus,

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dass es keine zentrale Instanz gibt,
die alle Informationen bündelt.

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Manche interpretieren sogar den Kalten
Krieg im 20.

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Jahrhundert als einen Wettbewerb

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zwischen zentraler Planwirtschaft
und dezentraler Marktwirtschaft.

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Und darin den Grund, warum Demokratien

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erfolgreicher Informationen verarbeiten
konnten.

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Heute stellen digitale Dashboard und Smart

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City Kontrollräume diese Fragen erneut.

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Sie ermöglichen es, riesige Datenmengen

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wie nie zuvor zentral auszuwerten,

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bergen damit aber auch die Gefahr
neuer autoritärer Systeme.

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Ob eine

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Smart City frei, gerecht
und demokratisch ist,

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hängt also nicht nur von der Technik ab,
sondern davon,

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wie wir ihre Informationsflüsse gestalten
und wer Zugang zu ihnen hat.

